Jeder Mensch, der sich zu einer Therapie entschließt bringt seine gesamte Lebensgeschichte und all seinen Hoffnungen, Träume, Ängste, Verletzungen, Stärken, und Fähigkeiten mit in die therapeutische Situation. Die Therapie mit mir wird in einer achtsamen- und respektvollen Atmosphäre durchgeführt mit dem Ziel, dass sich dadurch ihre Beschwerden und Probleme tiefgreifend zum Besseren verändern. Dabei ist die therapeutische Arbeit eine gemeinsame Anstrengung. Ihre Beiträge werden aufgenommen und sind nützlich für das Vorgehen und Aufgaben von meiner Seite.
Die Art meiner Begegnung mit Ihnen basiert stark auf modernen Formen der Verhaltenstherapie, die an der Universität von Seattle von Robert Kohlenberg und an der Harvard Universität von Leigh McCollough entwickelt worden sind. Dabei kommt einerseits die klassische kognitive Verhaltenstherapie zur Anwendung, anderseits wird der therapeutischen Beziehung, die zwischen mir und Ihnen entsteht, besonderes Augenmerk geschenkt, damit sie neue Wege finden mit ihren Problemen umzugehen.
Zusätzlich zur Verringerung ihrer klinischen Probleme (z.B. Depressionen, Ängste oder Zwänge ) bietet Ihnen diese Therapie die Möglichkeit ihre Stärken zum Vorschein zu bringen, schmerzliche Erlebnisse und Verluste zu betrauern, Achtsamkeit für sich und andere zu entwickeln und tiefere und verbesserte Beziehungen zu gestalten.
Es wird von großer Bedeutung sein, dass wir auf die Dinge achten, die zwischen uns in den Sitzungen geschehen, da wir davon ausgehen können, dass, was innerhalb der Sitzungen zwischen uns geschieht, meist auch außerhalb der Sitzungen zwischen Ihnen und anderen Menschen geschieht. Hier haben wir die besondere Möglichkeit, dies gemeinsam und unmittelbar zu betrachten. Unsere therapeutische Beziehung ist eine Situation, die es uns erlaubt zwischenmenschliche Erfahrungen zu machen, wie wir bessere, neue und tiefere Beziehungen gestalten können. Dabei können sowohl Verhaltensstärken, als auch problematische Verhaltensweisen auftreten, die mit Ihren Problemen und Symptomen in enger Verbindung stehen. Gemeinsam werden wir versuchen dies zu verstehen und zu verändern.
Ich betrachte es als etwas Wertvolles mit Ihnen an einem Prozess des Verstehens, des Wachstums und der Herausforderungen teilzunehmen. Darüber werde ich Stillschweigen bewahren und meiner obersten Richtlinie folgen, nämlich stets das zu tun, was im Rahmen meiner Möglichkeiten, in ihrem besten Interesse ist.
Ich teile nicht die biblisch-evangelikale Position, dass Homosexualität grundsätzlich sündhaftes Verhalten darstellt. Ich halte konservative religiöse Positionen für falsch, homosexuellenfeindlich und schädlich, wenn sie Homosexualität per se als Sünde betrachten. Homosexualität ist keine Störung oder Krankheit, sondern beinhaltet für einige Männer und Frauen die Möglichkeit ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben zu führen. Jeder Mensch muss das Recht haben gemäß seiner subjektiv erlebten sexuellen Orientierung zu leben. Dafür darf niemand stigmatisiert oder einem subtilen 'Veränderungsdruck ausgesetzt werden.
Die Psychotherapie ist nicht der Erfüllungsgehilfe religiös konservativer Gruppierungen. Hierzu gehört auch, dass Patienten mit einer deutlich feindseligen Grundhaltung gegenüber ihrem homosexuellen Erleben dazu neigen, eine rigide Veränderungsorientierung zu haben - nach dem Motto "dass nicht sein kann, was nicht sein darf". Diese Einstellung führt zu einem kontraproduktiven Erfolgszwang und blockiert den psychotherapeutischen Prozess. Die hilfreichste Einstellung besteht darin die Psychotherapie als eine Chance und Herausforderung zur Weiterentwicklung zu erleben. Dabei soll sich der Patient vorurteilsfrei mit seiner psychosexuellen Entwicklung auseinandersetzen können. Er soll homo- und heterophobe Positionen besser verstehen und gegebenenfalls auch auflösen können, um den Weg in eine selbstbestimmte und erfüllte Sexualität gehen zu können.
Ich teile auch nicht die häufig vertretene Ansicht schwuler Aktivisten, dass jeder Mann der homosexuelle Impulse erlebt, schwul ist und dass Psychotherapie nur dazu dienen könne ihn von seiner Homophobie zu befreien, um sich mit seiner abgewehrten Homosexualität zu versöhnen. Die Psychotherapie ist nicht der Erfüllungsgehilfe der Homosexuellenbewegung. Ich halte diese Position für falsch, naiv, heterophobisch und schädlich, da sie die Komplexität der psychosexuellen Entwicklung negiert und die Einsicht nicht zulassen kann, dass die sexuelle Orientierung in Individuen vielschichtig ist und eine Vielzahl unterschiedlicher Entwicklungswege beinhalten kann.
Erlebt ein Mensch erhebliche Konflikte hinsichtlich seiner sexuellen Orientierung benötigt er eine werturteilsfreie und offene Auseinandersetzung mit seiner psychosexuellen Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung seiner Ambisexualität. Die Bedeutung der Sexualität und der Werte, die seine Sexualität beinhalten soll, muss dabei geklärt werden. Insofern ist die Psychotherapie nicht der Erfüllungsgehilfe religiöser, konservativer Einstellungen oder schwuler Emanzipationsideologien, sondern der Erfüllungsgehilfe des betroffenen, leidenden Menschen.